Was soll uns diese Studie jetzt sagen? Soll ich jetzt zum nächsten Handy-Shop rennen und mir ein Handy kaufen, damit ich ja nicht als Aussenseiter gelte? Wo sind wir nur angekommen, in was für einer Gesellschaft leben wir, dass ein Mensch einer Wertigkeit unterzogen wird, die an materiellen Gütern gemessen wird. Vor wenigen Jahren war es ja angeblich ein Muss, Markenklamotten zu tragen. Wer keine hatte, stand angeblich aussen vor. Und heute ist es das Handy, an dem wir gemessen werden laut dieser Studie. Aus eigener Erfahrung kann ich schreiben, dass mich das Nichtbesitzen eines Handy nicht zum Aussenseiter macht. In meinem
Freundeskreis besitzen auch nicht alle ein Handy, und keiner ist ein Aussenseiter.
Ich frage mich, wozu denn ein 14-jähriger ein Handy benötigt. Ein Handy dient doch dazu, telefonisch erreichbar zu sein. Die einzigen Personen, von denen ein 14-jähriger erreicht werden möchte, sind doch im Normalfall seine Freunde. Und wenn besagter 14-jähriger nicht bei seinen Freunden ist, dann ist er in den meisten Fällen sowieso zu Hause. Zu Hause existiert aber normalerweise ein Festnetzanschluss, über den seine Freunde den 14-jährigen erreichen können. Und wenn er nicht zu Hause ist, dann ist er mit seinen Freunden unterwegs, da braucht er also nicht von jenen telefonisch erreicht zu werden. Desweiteren bezweifel ich, ob ein 14-jähriger überhaupt etwas mit dem Begriff “Telefonkosten” anfangen kann. Für mich besteht darin, einem 14-jährigen aufgrund dieser Studie ein Handy zur Verfügung zu stellen, ein großes Risiko. Wenn Eltern meinen, sie müssten Ihrem Kind diesen Gefallen tun, dann sollten sie sich fragen, warum sie davon ausgehen, dass ihr Kind ein Aussenseiter sei. Die Begründung, dass ein Kind durch ein Handy die Integration in eine
gleichaltrige Gruppe leichter fällt wie wenn es kein Handy besäße, zeugt von großer Unüberlegtheit und eines beschränkten Weitblickes seitens der Eltern.
